Besonderes in unseren Kirchen

Kirche Lichtenberg

Es gibt sicher nicht wenige Besucher unserer Gegend, die auf dem Weg zwischen Pulsnitz und Radeberg einmal den Blick auf diesen anmutigen Kirchenbau gerichtet haben, der etwa einen Kilometer nördlich vom Eierberg weit in das Land schaut. Es ist die Lichtenberger Kirche, ein zweckmäßiger und formschöner Bau, der seinesgleichen sucht und die Bewunderung vieler Reisender erweckt.

Die Pläne für die Kirche entwarf der Architekt Ernst Hermann Arndt aus Dresden. Ihm ist es zu verdanken, dass damals alte Wege des Sakralbaus in moderner Form beschritten wurden. Nach seinem Entwurf ergab das Bauwerk ein Oktogon im byzantinischen Stil mit einem Durchmesser von 19 Metern und 1 000 Sitzplätzen. Am 22. November 1841 wurde die Kirche nach anderthalbjähriger Bauzeit geweiht.

Wer die Kirche betritt, könnte meinen, ein Theater zu betreten. Die Form des Kirchenraums, die umlaufenden Emporen und die Anordnung der Sitzreihen lassen dieses Gefühl aufkommen. Aus der Vorgängerkirche wurden zwei Altarleuchter übernommen, die 1596 gestiftet worden waren.

Von 1981 bis 1983 wurde der Innenraum grundlegend restauriert. Dabei wurde die ursprüngliche Farbgebung wiederentdeckt und Decken, Wände, Emporen und Altar wurden entsprechend ausgemalt. Schlichte Weiß- und Grautöne bestimmen das Innere und sorgen dafür, dass der Kirchenraum hell und freundlich wirkt und beim Einfall der Sonne zu leuchten beginnt.

Über dem Hauptportal befindet sich die imposante Orgel mit 23 Stimmen und 1 322 Pfeifen. Auf der Basis des Vorgängerbaus wurde sie 1907 von der Firma Eule aus Bautzen in pneumatischer Bauart errichtet. In den folgenden Jahrzehnten setzten ihr jedoch Schmutz und einfallendes Wasser derart zu, dass sie sich Anfang der achtziger Jahre in einem bedauernswerten Zustand befand und von den Fachleuten aufgegeben wurde. Nur dank des unermüdlichen Einsatzes eines jungen Lichtenbergers und der Unterstützung manch anderer konnte sie gerettet werden. Nach der kompletten Überholung in «Eigenleistung» wurde sie am 18. Mai 1986 wieder geweiht und erklingt seitdem in ihrer ganzen Schönheit.

Im Frühjahr 1991 begann die Außenerneuerung des Kirchturms und des Kirchenschiffes. Dabei erhielt der Turm jene Gestalt, die von Architekt Arndt geplant war: mit großen Fenstern und einem kleinen Türmchen auf jeder der acht Seiten. Seit dieser Zeit wird der Kirchturm auch allabendlich angestrahlt. Von der Anhöhe grüßt er weit in das Land, ruft bei Tag und bei Nacht: «Nahet euch dem Herrn, so nahet er sich zu euch.»

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)